Das Handelsabkommen zwischen den USA und China: zu schön, um wahr zu sein?

„Das Handelsabkommen zwischen China und den Vereinigten Staaten sollte im Juni abgeschlossen sein und dann zu Recht gefeiert werden. Dennoch wird ein Abkommen wahrscheinlich nicht von Dauer sein, da beide Länder zu unterschiedliche Ziele verfolgen“, erkärt Sebastién Galy, Senior-Makrostratege bei Nordea Asset Management. Jeder zukünftige Deal gleiche einem Boxenstopp in einem sich wiederholenden Prozess. Dieser werde höchstwahrscheinlich zwei Jahrzehnte dauern, da Chinas Bevölkerung 2025 ihren Höchststand erreicht und die chinesische Wirtschaft mit geringerem Wachstumspotenzial verletzlicher wird.

Die Auswirkungen: Während das Handelsabkommen zwischen China und den USA schon vor seiner Unterzeichnung gefeiert werde, könnten die Bedenken laut Galy zunehmen, dass ein solches Abkommen in einem oder zwei Jahren auseinanderfällt. „Angesichts solcher Risiken dürfte es weiterhin ratsam sein, defensive bzw. Value-Aktien zur Absicherung innerhalb eines breiteren Aktien-, Absolute-Return und flexiblen Fixed-Income-Portfolios zu halten“, sagt der Stratege.

USA und China stehen im strategischen Wettbewerb
Das Handelsabkommen werde wahrscheinlich nicht lange halten, da sich die Parteien nicht über ihre Plätze in der globalen Architektur einig seien, meint Galy: „Beide sehen sich selbst als dominierende Volkswirtschaft, wobei China sein Handelsmodell aus dem 16. Jahrhundert zu replizieren scheint. China hat ein begrenztes Zeitfenster, um eine tragfähige Position aufzubauen und aufrechtzuerhalten, da die Bevölkerung altert und sich das Land dem Status einer langsamer wachsenden, fortgeschrittenen Volkswirtschaft annähert“. Weltweit gesehen, hat China einen sekundären Partner mit Russland und eine Reihe von Verbündeten in den Schwellenländern, unter anderem bedingt durch das Projekt der neuen Seidenstrasse.

Wie im Kalten Krieg könnten die unterlegenen Volkswirtschaften ein Doppelspiel spielen, um den grösstmöglichen Vorteil für sich herauszuholen, meint Galy. In einigen Fällen habe China – aufgrund von Zahlungsunfähigkeit – strategische Vermögenswerte im Ausland erworben. Aus militärischer Sicht werde jede Partei bestrebt sein, einen Vorteil durch einen möglichen Erstschlag in einem nuklearen oder in einem konventionellen Konflikt (z.B. mit dem gefürchteten trojanischen Pferd von Huawei) aufrechtzuerhalten. Doch wäre jeder Konflikt in Umfang und Zeit sehr limitiert, da er ernsthafte Rückkopplungen durch Sanktionen zur Folge hätte. Zudem würden die Auswirkungen auf einzelne Fiskal- und Währungsräume wie zum Beispiel die Krim beschränkt bleiben. „Damit wird der grösste Teil des Konflikts in einer Reihe von befristeten Vereinbarungen beigelegt werden müssen. So haben die USA offenbar erreicht, dass China bis 2025 die Importe erhöhen will. Die Europäer verfolgen dagegen ihre eigenen Ziele“, sagt Galy. Der wirtschaftliche Imperativ sollte in der Regel aber andere Motive überwiegen.

Wann kooperieren Länder?
Wichtige Staaten neigen dazu, zusammenzuarbeiten, wenn die Alternativen dazu viel weniger Erfolg versprechen, wenn ihre Konjunkturzyklen stark miteinander verflochten sind und wenn sie eine sogenannte Super-Gruppe bilden wollen (z.B. die Europäische Union). Sie kooperieren, weil sie davon ausgehen, dass andere dies weiterhin ebenfalls tun werden, und der Nutzen gegenüber anderen Strategien weit höher ist. Wenn die Gewinne nur als zeitlich begrenzt betrachtet werden, sind die Vorteile eines abweichenden Verhaltens hingegen sehr hoch. Dies trifft laut Galy teilweise auf China zu.

Ähnlich wie zuvor Japan und Südkorea, baue China seine Binnenwirtschaft auf und setze dabei auf eigene Technologieriesen und Suchmaschinen. Der Unterschied bestehe darin, dass China die Marktgrösse habe, um damit durchzukommen. „Die Europäer verfolgten dieselbe Strategie, indem sie die Entstehung von Airbus (und anderen) subventionierten. Es ist unwahrscheinlich, dass China langfristig von einer Politik der nationalen Champions abweichen wird”, sagt Galy.

Chinas grösste Achillesferse im Verhältnis zu den USA ist das grosse und wachsende Handelsungleichgewicht, wobei die Verhandlungen den hohen Handelsüberschuss Chinas verringern sollten. In der Theorie gilt: Je grösser der Überschuss, desto stärker die Währung. Deshalb sollte eine Verringerung des chinesischen Handelsüberschusses zu einer Schwächung des Renminbis gegenüber dem frei schwankenden US-Dollar führen. Die Wechselkursgewinne lassen vermuten, dass die Handelsbilanz etwas einseitig bleibt. Galy zieht daraus die Schlussfolgerung, dass wir uns mit einer moderateren Variante des Kalten Krieges konfrontiert sehen, in dem Handelsgewinne und das Streben nach Macht miteinander verflochten sind.

Was treibt Länder auseinander?
Geopolitische Blöcke werden durch interne oder externe Funktionsstörungen auseinandergetrieben. So kann übermässiger Wettbewerbsdruck zu einem schweren Rückschlag beim Handel führen. Einige Schwellenländer haben in der Vergangenheit den Fokus auf die Inflation verloren, als sie mit einer starken Wirtschaftsabschwung konfrontiert waren. Der Wettbewerb um eine gemeinsame knappe Ressource wie Energie kann ebenso schädliche Auswirkungen haben wie das Aufkommen neuer Technologien (z.B. Fracking).

„Die USA und China werden wahrscheinlich eine Reihe von Vereinbarunsrunden durchlaufen. Denn es besteht die Notwendigkeit, dass die beiden Partner an den Tisch zurückkehren, insbesondere da das Wachstumspotenzial in China stärker nachlässt“, schliesst Galy.

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*Quelle: Nordea Investment Funds, S.A., 31.12.2018

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